Tunnel, Gräber und Friedhöfe…
19.09.2014
An diesem Tag begannen wir bereits um 9:20 Uhr mit einer Führung durch den Tunnel an der Westmauer (Klagemauer) entlang. Laut unserem Reiseführer hätte die Führung acht Wochen im Voraus gebucht werden müssen. Auf Grund der jüngsten Vorfälle in Israel ist die derzeitige Anzahl der Touristen überschaubar, sodass man sich in den engen Gassen der Altstadt frei bewegen kann und wir unsere Karte für die Tunneltour sofort ausgehändigt bekamen. Der Tunnelweg gehört laut unserem Reiseführer zu den eindrucksvollsten Erlebnissen, die Jerusalem zu bieten hat. Am beeindruckensten für uns war der lebhafte Vortrag unserer jüdischen Begleiterin, die uns nochmals die zentrale Bedeutung der Westmauer für das Judentum vergegenwärtigte.
Im Anschluss daran begaben wir uns in den Gassen der Altstadt auf die Suche nach der Grabeskirche. Dies stellte sich als weitaus schwieriger dar als gedacht, da der Eingang ziemlich versteckt in einem Winkel zwischen lauter Marktständen liegt. Bevor wir schließlich durch das Äthiopische Kloster vorbei an zwei Gebetsräumen zur Grabeskirche hinunterstiegen, sahen wir uns die koptische Helena-Basilika an. Diese beherbergt eine mit Wasser gefüllte Zisterne. Die Musik eines anwesenden Flötenspielers war auf Grund der bestehenden Akustik wirklich sehr berührend.
Zurück zur Grabeskirche. Diese wurde über dem Felshügel Golgatha erbaut und beinhaltet die letzten Stationen des Kreuzwegs. Unser Reiseführer leitete uns zunächst zu der Stelle, an der das Kreuz Jesu gestanden haben soll. Nur wenige Meter von der Kreuzannagelungskapelle entfernt liegt der Salbstein, auf dem Jesus nach seinem Tod am Kreuz gesalbt wurde. Gläubige legen auf ihm für kurze Zeit Gegenstände ab, die dadurch eine Art Segnung erhalten. Ein paar Meter vom Salbstein wiederum entfernt befindet sich die Engelskapelle mit der dahinterliegenden Grabkammer, die man nur gebückt betreten kann. Auch hier überraschte uns wie bei anderen religiösen Stätten, dass es keine Einschränkungen beim Fotogafieren gab. Mit Rücksicht auf Gläubige, die in eine kurze Andacht versunken waren, verzichteten wir jedoch darauf.
Zu allem Überfluss findet sich in der Grabeskirche auch noch eine Adamskapelle, da bei der Kreuzigung Jesu just auch noch der Schädel Adams gefunden worden war.
- Grabeskirche – Zugang armenisches Kloster
- Grabeskirche
- Kreuzannagelungskapelle
- Salbstein
- Engelskapelle
- Engelskapelle mit Blick in Grabkammer
Gleich nach Verlassen der Grabeskirche gings weiter zum Mount Zion, der sich am Rande der Altstadt in der Nähe des jüdischen Viertels befindet.
Auch dort finden sich wichtige Stätten aus dem Alten und Neuen Testament: zum einen das Grab König Davids und zum anderen der Abendmahlsaal.
In einem Vorraum zum Grab Davids führte ein alter Rabbi mit anderen Gläubigen einen leisen aber augenscheinlich intensiven religiösen Dialog. Ein Wächter bedeutete aber den Männern, die durch diesen Vorraum mussten, dass sie durchaus durchgehen könnten.
Nach längerem Umherirren bei etwa dreißig Grad fanden wir im Anschlus mit Hilfe eines Friedhofswärters am orthodoxen Friedhof dann auch noch etwas unterhalb vom Mount Zion das Grab von Oskar Schindler (bekannt aus „Schindlers Liste“) auf dem Katholischen Friedhof.
- Schindler’s Grab
Danach mussten wir dann erst mal ins Hotel zum Ausruhen, ehe wir am Abend zum Tagesausklang noch einen Markt in der Nähe des Damaskus-Tores besuchten.











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