Akko – Auf den Spuren der Kreuzritter
27. – 28.09.2014
Gestern abend kam endlich mal wieder etwas Leben in die Stadt. Wir haben uns gleich angeschlossen und sind am Abend essen gegangen – und zwar in der German Colony! Mit vollen Mägen schleppten wir uns dann ins Hotel zurück.
Essen gehen scheint in Israel grundsätzlich etwas teurer zu sein als bei uns in Deutschland, zumal meist noch etwa 15% des Preises als Servicegebühr hinzugerechnet werden muss. Aber wir sind ja im Urlaub und haben es mit dem Essen bisher nicht übertrieben.
Nachdem wir die drei letzten Tage im Einklang mit den israelischen Feiertagen verbracht hatten, starteten wir heute per Eisenbahn zur alten Kreuzfahrerstadt Akko, ca. 12 km nördlich von Haifa. Die Fahrt verlief easy, da sich unser Hotel ja in unmittelbarer Nähe einer der Bahnhöfe von Haifa befindet und die Züge nahezu alle 20 Minuten fahren. Leider ist die kurze Strecke zwischen Haifa und Akko sehr durch Industrie dominiert, also kein besonderes touristisches Erlebnis.
In Akko sind wir sofort in die Altstadt und haben uns ein Kombiticket gekauft, v.a. für die alte Kreuzritterfestung, aber auch für die Besichtigung eines historischen türkischen Badehauses, eines Museums und einen unterirdischen Tunnels der Templer. Das Kombiticket beinhaltet zudem die Benutzung eines Audio-Geräts, da versucht wird, den Besuchern mit multimedialen Elementen die Geschichte der Stadt nahezubringen. Dabei wurde das Audio-Gerät über WiFi gesteuert, was nicht immer zuverlässig funktionierte. Manchmal sind wir umhergeirrt und haben nach dem Empfang gesucht.
Die Freilegung der Kreuzritter- und Templergebäude ist noch nicht abgeschlossen, weshalb auch neben den Ausstellungen stellenweise gearbeitet wird.
Die Kreuzritter sind auf jeden Fall das bestimmende historische Moment in Akko, auch wenn Phönizier, Griechen, Römer, Mamelucken und Osmanen ebenfalls in der Stadt die Herrschaft inne hatten, während Napoleon mit der Eroberung gescheitert war. Akko war nach ihrer Eroberung nach dem ersten Kreuzzug das Einfalltor der Christen zum Heiligen Land.
Letztlich war der Touristenstrom in der Altstadt überschaubar. Viele der kleinen Geschäfte hatten geschlossen, obwohl mit ca. 27 Grad recht angenehme Temperaturen herrschten.
Nach ein paar Stunden in der Altstadt machten wir uns etwas erschöpft auf den Rückweg. Nach dem Aufenthalt in Jerusalem und dem regelmäßigen Besuch der dortigen Altstadt hatten wir ein wenig ein Deja-vu-Erlebnis. Allerdings war es besonders schön, eine ganze Weile am Meer zu sitzen und der Brandung zuzusehen.
Erwähnenswert im Rahmen unserer Israelreise ist vielleicht, dass man ohne eine kurze Gepäckkontrolle im Bahnhof die Bah
nsteige nicht betreten darf. Das gleiche gilt – soweit wir dies beobachten konnten – für die Central Bus Stations der größeren Städte. Zudem reisen auch viele Soldaten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Von ihnen haben etliche ihre Waffe dabei. Das Ganze wirkt hier irgendwie selbstverständlich und nicht bedrohlich. Wir haben uns vermutlich bereits daran gewöhnt.
Heute morgen war ein Passagierschiff in den Hafen von Haifa eingelaufen und versperrte uns unseren Hotelblick aufs Meer. Dafür konnten wir beobachten, wie die Passagiere zunächst an Deck standen und danach mit ihrem Gepäck das Schiff verließen.
Nachdem in Deutschland das Wetter bei unserer Rückkehr eher kühl vorausgesagt ist, genießen wir noch jeden Tag in der warmen Sonne. Ein bisschen schlechtes Gewissen schwingt bei der Freude über die sonnigen trockenen Tage allerdings mit, da das Land Regen sicher bitter nötig hat.



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